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Haus Merks erwacht

Die Geschichte des Lintorfer Treffpunkts:
Haus „AmMerks“ Bei dem Haus „AmMerks“ handelt es sich um eine kleine bäuerliche Hofanlage, wie
sie früher in Lintorf in großer Zahl anzutreffen waren. Man nannte diese Häuser „Kothen“ oder auch
„Kotten“. Das „Merks“ ‐ Haus ist die letzte dieser Anlagen im alten Lintorfer Ortskern.
Es bestand früher aus einem Wohnhaus in Fachwerkbauweise und einem Stallgebäude mit Scheune,
die vermutlich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet wurden. Im Jahre 1936 wurden
Stall und Scheune zu einem Wohnhaus umgebaut. Von 1879 bis 1882 betrieb Wilhelm Steingen im
„Merks“ – Haus Lintorfs erste Metzgerei. Später verlegte er sein Geschäft in ein neu erworbenes
Haus neben der evangelischen Kirche. In den 1880er ‐ Jahren besaß sein Bruder August Steingen
das ,,Merks” ‐ Haus. Er richtete dort eine Bäckerei und einen Kolonialwarenladen ein. Nachdem er
1886 die Gaststätte „Bürgershof” erworben hatte, verkaufte er sein bisheriges Haus mit Bäckerei
und Laden an seinen jüngsten Bruder Fritz Steingen. Dieser führte ab 1887 die „Grob ‐ und Fein- bäckerei” und das Kolonialwarengeschäft weiter. Später gab er den Handel mit Kolonialwaren auf
und betrieb stattdessen einen Kohlenhandel.
Zu dem Anwesen gehörten damals außer dem Wohnhaus und dem Stallgebäude mit Scheune ein
großer Obstgarten, ein Gemüsegarten, eine Wiese und ein Acker. Auf der Ackerfläche wurden später
„Haus Anna“ und das Kettelerheim, der katholische Kindergarten St. Anna und mehrere Wohnhäuser
errichtet. Ein Pferd, eine Kuh, zwei Schweine und viele Hühner gehörten zum Viehbestand des An- wesens. Das Pferd wurde zum Ausliefern der Backwaren und für den Ackerbau benötigt.
Nebenberuflich war Fritz Steingen in Lintorf als Trichinen‐ und Fleischbeschauer tätig. Im Jahre 1911
übernahm sein ältester Sohn Karl die Bäckerei. Da er in Düsseldorf eine Konditorausbildung absolviert
hatte, stellte er nun auch Kuchen, Plätzchen und Cremeteilchen her ‐ eine Neuigkeit für die Lintorfer.
Nach dem Bau eines eigenen Wohn‐ und Geschäftshauses auf dem Nachbargrundstück verlegte er sein
Geschäft dorthin und eröffnete Lintorfs erstes Cafe.
Sein Bruder Fritz Steingen jr., eigentlich gelernter Schreiner, aber durch eine Unfallverletzung schwer behindert, betrieb im „Merks“ ‐ Haus in den 1920er ‐ Jahren ein kleines Geschäft für Tabak ‐ und
Schreibwaren. Nach dem Umbau von Stall und Scheune im Jahre 1936 zogen die Brüder Paul und Otto
mit ihren Familien in die beiden neu entstandenen Wohnungen ein.
Schon Ende der l920er ‐ Jahre hatte der jüngste Sohn Fritz Steingens, Martin, auf einem von seinem
Bruder hergestellten Werktisch erste Uhrenreparaturen durchgeführt. Durch das Freiwerden zweier
Zimmer im rechten Teil des „Merks“ ‐ Hauses konnte er dort 1935 seine Uhrmacherwerkstatt mit
Geschäft einrichten. Zu diesem Zweck wurde die Wand zwischen den beiden bisherigen Zimmern
herausgebrochen. Das Zimmerfenster zur Speestraße hin wurde Schaufenster.
Im Jahre 1952 verlegte Martin Steingen Geschäft und Werkstatt in das neue Haus auf der gegen- überliegenden Straßenseite. Sein Bruder Otto, Installateurmeister und bereits im Hinterhaus wohnend,
übernahm die verwaisten Geschäftsräume im „Merks“ ‐ Haus und richtete dort einen Laden für sanitäre
Installationen ein. Das Geschäft bestand an dieser Stelle bis 1960. Danach benutzte Heinz Kleinrahm, Schreinerei und Beerdigungsinstitut, das Ladenlokal als Sarglager.
Als Hermann Steingen, ein weiterer Bruder, der im linken Teil des „Merks“ ‐ Hauses wohnte, 1964 durch
den plötzlichen Tod seiner Frau Witwer wurde, zogen seine Tochter Milli und ihr Mann Peter Jansen in
das Haus ein, um den Vater zu betreuen. Milli Jansen bewohnte das Haus bis zu ihrem Tod im Jahre
2005.
Auf Veranlassung der Unteren Denkmalbehörde bei der Stadt Ratingen stellte der Landeskonservator
das „Merks“ ‐ Haus 2007 unter Denkmalschutz. Nach aufwendiger Restaurierung wurde es ein kleines
Caféhaus. Welches seit 10.2010 als Treffpunkt in Lintorf seinen Platz gefunden hat. Ob das tägliche Frühstück oder das frisch gekochte Mittagessen sowie die hausgemachten Kuchen und Torten. Das Team um den Inhaber Michael Schwarz steht für frische Küche und herzlichen Service. Familienfeiern ab 15 Personen werden in Form einer geschlossenen Gesellschaft individuell arrangiert.
gänseessen

Adventzeit und Gänseessen

Pünktlich vor dem zweiten Advent haben wir unser traditionelles Gänseessen durchgeführt. Das Haus Merks wurde weihnachtlich stimmungsvoll geschmückt. Astrid und Antonio haben an der Dekoration nicht gespart und alle Räume unterschiedlich hergerichtet. So können wir an jedem Advent Sonntag wieder unser reichhaltiges Langschläfer Frühstück anbieten. Auserdem gibt es ab dem 6.12. auch den Walnusslikör – natürlich und hausgemacht.

Wir wünschen allen Freunden und Gästen vom Haus Merks eine besinnliche Zeit.